Warum wir Coaches so tun, als hätten wir alles im Griff

In letzter Zeit belastet mich etwas mehr und mehr:

Ich tue zwar meine Herzensarbeit als Mentorin für einen Neuanfang, aber sie bringt immer noch nicht so viel Geld ein, dass es zum Leben reicht. Ich muss noch aufstockendes ALG II annehmen, weil ich noch nicht so viele Frauen erreiche, die meine Arbeit gebrauchen könnten.

Nur habe ich die Tatsache, dass ich noch nicht ausschließlich davon lebe, bei meiner Arbeit bisher immer verschleiert. Und das hat mich belastet.

Authentisch sein – die eigene Wahrheit aussprechen

Inzwischen habe ich den Mut gefunden, es endlich meinen Interessentinnen zu offenbaren – in einem Blogartikel. Und ich fühle mich so befreit.

Warum schämen wir uns so, wenn wir nicht ganz perfekt sind?

Warum tun gerade wir Unternehmerinnen immer so, als hätten wir alles im Griff?

Weil wir anderen ja verkaufen wollen, wie sie selbst alles in den Griff kriegen, stimmt’s?

Und doch sind auch wir nur Menschen. Und Menschen machen Fehler und haben eben nie alles perfekt beieinander.

Ich finde es schlimm, dass wir uns gezwungen fühlen, anderen vorzuspielen, dass wir das perfekte Leben leben, wenn es nicht so ist.

Damit schaden wir uns selbst, unserem Geschäft, den Interessenten und Kunden.

Mein Körper zeigt mir gerade wieder sehr genau durch starke Schmerzen in Gesicht und Brust, welchen Weg ich NICHT gehen soll, und ich habe solche Angst, mich damit gegen das System zu stellen – auch dazu habe ich mehr in dem Artikel geschrieben.

Aber ich kann einfach nicht anders, wenn ich nicht komplett kaputt gehen will.

Wir haben schon so viel zu geben, auch wenn wir selbst noch nicht ganz am Ziel angekommen sind.

Am Ziel sind wir doch erst, wenn wir sterben. Oder? (Tatsächlich sagte eine Bekannte von mir über jemanden, der verstorben ist: „Der ist durch’s Ziel.“)

Unser Leben ist also der Weg. Noch sind wir alle nicht am Ziel.

Dann geben wir eben, was wir schon können.

Wir sind den Klienten voraus.

Wir haben Erfahrungen, die wir gar nicht für uns behalten dürfen. Denn sie können anderen helfen.

Es wäre heimtückisch, sie aus Scham oder warum auch immer für uns zu behalten.

Und davon dürfen wir auch unseren Lebensunterhalt bezahlen.

Und ich glaube, die Klienten merken es sowieso, wenn wir unehrlich sind.

Warum fällt es uns so schwer, uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind? Auch schwach, mit Fehlern, verwundbar. Aber eben authentisch?

In welchem Bereich zeigst du dich nicht ganz?


Kennst du eine Frau, die unzufrieden mit ihrer Arbeit ist? Die jeden Tag nach Hause kommt und sich beklagt? Die die Tage bis zum Wochenende zählt?

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