Oder: Gibt es ein Leben ohne Facebook & Instagram?

Blogs sind tot?

Ich habe 2008 angefangen zu bloggen.

Mit persönlichen Beiträgen über meinen damaligen eigenen persönlichen Umbruch auf allen Gebieten meines Lebens. (Die findest du immer noch hier, ich hab sie mir nämlich später auf meinem eigenen Webspace gesichert.)

Menschen wollen Geschichten.

Ich habe einige Kurse mitgemacht, in denen mir beigebracht wurde, ich dürfe nur Fachartikel schreiben.

Mir ist das aber zu unpersönlich. Mir ist mehr danach, aus meinem Inneren heraus mitzuteilen, was mich bewegt.

Am meisten geöffnet – gelesen – wurden meine privaten Freitags-Rückblicke, die ich auch per Email verschickte.

Wenn ich Blogs lese, ja, dann suche ich manchmal nach einer Lösung.

Aber ich fühle mich viel mehr angesprochen von einem persönlichen Beitrag, in dem jemand eigene Erfahrungen teilt. Und wie sie ihre Probleme überwunden hat.

Oder von einer neuen Meldung von jemandem, den ich durch Artikel von früher schon irgendwie „kenne“.

Persönliche Geschichten bieten durchaus ebenfalls Lösungen. Sie inspirieren dich, deine eigene Lösung zu finden. Oder es der Person nachzumachen. Oder ihre Lösung deiner eigenen Situation anzupassen.

 

Ich will eine Person kennen lernen. Besonders, wenn ich etwas von ihr kaufen soll.

Aber z. Zt habe ich fast nur noch Anzeigen von sogenannten Erfolgsgurus in meiner Facebook-Timeline. Und alle sehen sie gleich aus. Alle ihre Webseiten sehen gleich aus.

Leser wollen nicht mit Werbung und poliertem Auftreten belogen werden (und sie merken das!), sondern dich persönlich kennenlernen. Ich denke, sie sind übersättigt von Coach-Gurus und „Influencern“ unter Palmen, vor Yachten und in teuren Spas. Ich jedenfalls bin’s und halte sie alle für unglaubwürdig.

Das bin übrigens ich – in meiner Mittagspause:

Gibt es ein Leben ohne Facebook & Instagram?

Wie es aussieht, zeichnet sich derzeit ein Trend ab: Unternehmen, auch kleinere Einzel-Onlineunternehmer, und immer mehr Privatleute schließen ihre Profile auf Facebook, Instagram etc.

Mich haben die meistens auch nur gestresst. Ich habe schon seit Jahren kein Twitter und Google+ mehr (letzteres gibt’s ja auch schon gar nicht mehr). Seit dem Jahreswechsel kein Instagram.

In den letzten Wochen versuchte ich es noch mal mit Facebook-Anzeigen, aber die sind so kompliziert einzurichten, dass ich sie gar nicht zum Laufen kriege. Mir ist das alles nicht geheuer. Damit könnte FB einen Freifahrtschein bekommen, Geld von meinem Konto abzuziehen, ohne dass ich die genauen Zusammenhänge verstehe.

Die Anzeigen hab ich also auch wieder deaktiviert.

 

Die FB-Regeln sind verschärft worden.

Nur rund 1% der geposteten Updates werden überhaupt noch angezeigt, heißt es. 1%! Wofür dann überhaupt noch all die Arbeit?!

Ich hatte in meinem alten FB-Profil 3.400 „Freunde“. Namen. Nicht mal wirkliche Kontakte, denn Interaktion gab es so gut wie gar nicht. Ich fand das nur noch ermüdend. Deshalb hab ich mir Anfang des Jahres nochmal ein neues Profil gemacht: Mit meinen rund 25 Freunden, die ich wirklich kenne. Was für eine Erleichterung, denn nun chatten wir sogar gelegentlich!

Und Gruppen werden einfach geschlossen, wenn sie „den Richtlinien nicht entsprechen“. Häufig ist allerdings den Admins nicht klar, und es wird ihnen auch nicht erklärt, was genau sie falsch gemacht haben. 

 

Ich finde immer noch Facebook-*Gruppen* sinnvoll

Weil du sie aktiv aufsuchen und die Inhalte lesen kannst, statt drauf zu hoffen, dass mal ein Post von dir/mir auf deiner Timeline durchkommt und angezeigt wird.

Ich finde Gleichgesinnte in den Aquarien- und Havaneser-Hundegruppen auf Facebook.

Ich kann in der Gruppe eine Frage stellen, und mir wird geholfen. Ich kann meine Freude über meine Schnecken/meinen Hund mitteilen, und die anderen Mitglieder reagieren darauf.

Und ich denke, alle Posts, die ich lesen will, finde ich als Nutzer dort auch noch. Allerdings muss ich aktiv in die Gruppe gehen. Angezeigt wird mir wohl kaum noch was.

Gruppen sind also durchaus noch sehr gut für Interaktion.

ganzichselbst hat auch eine Gruppe: Statt Burnout & Stress – Einfach leben (Gruppe für Frauen)

 

Aber:

Gerade neulich hab ich bei der größten FB-Gruppe, die ich kenne, bemerkt, dass ihre Mitgliederzahl auf einen Schlag von 23.000 auf 14.000 sank. Sicher hat FB die inaktiven Mitglieder rausgeworfen. Aber die Initiatorin der Gruppe hat so mal eben 9.000 mögliche Kontakte verloren.

Die selbe Gruppe baut sich deshalb daneben schon seit Monaten ein eigenes Forum auf, um für diesen Fall den Kontakt und die Inhalte nicht zu verlieren.

Viele sagen, Blogs seien tot. Aber nur, wenn wir das zulassen.

Warum nicht wieder so bloggen wie vor 10, 11 Jahren?

Bloggen wie 2008.

Ich setze mich dieser Willkür nicht länger aus, sondern bin sehr froh, all die Jahre meine Blogs und meine Mailingliste weitergeführt zu haben:

Mich findest du derzeit in der Burnout-Gruppe auf Facebook und in meinen Blogs.


Meine Ratgeberbeiträge zum Einfachen Leben gibt es auf ganzichselbst.

Artikel zum Arbeiten, so wie du es willst, findest du hier auf #Freuberufler.

Und seit Neuestem schreibe ich auch wieder sehr persönliche Beiträge, auch über meine Schattenmomente mit chronischer Erschöpfung und Schmerzen, auf sandrahylla.com.

Auf meinem privaten FB-Profil und meinen beiden Facebook-Seiten mache ich so gut wie nichts mehr aktiv. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich sie lösche. Die Seiten hatte ich mir eingerichtet, um die Anzeigen schalten zu können, also werde ich sie wohl früher oder später wieder einstampfen. Ich hab sie soeben gelöscht.

WhatsApp nutze ich nur privat.

Und andere Soziale Medien wie Twitter, Instagram, Youtube habe ich gar nicht.


So kann ich weiter aus meinem Alltag und meinen Erfahrungen berichten, behalte die Inhalte bei mir, statt sie auf einer fremden Plattform wegzugeben. Und du kannst sie weiter lesen, so lange ich die Inhalte posten will.

Ich freue mich sehr, dass sich die Gesellschaft wieder wandelt, hin zu mehr Langamkeit, Gefühl, Miteinander.

 

Mein Fazit nach 1 Woche sehr persönlicher „Mein Alltag“-Blogposts

Normalerweise schreiben wir Coaches ja immer nur fluffig über unsere Erfolge und unser wunderbar sonniges Leben.

Aber mir war das nicht mehr genug. Deshalb hab ich sandrahylla.com zu meinem persönlichen Spoonie-Blog gemacht.

Ich habe nun mal auch Schattenseiten. Dunkle Gedanken. Und ich denke, darüber zu lesen kann Frauen helfen, sich mit ihren eigenen melancholischen Zügen und Sorgen weniger allein zu fühlen.

Mir tut es jedenfalls gut, es irgendwo doch offen aussprechen zu können. Es ist heilsam.

Ich liebe es, auf diese sehr persönliche Weise zu schreiben.

Ich möchte mich dir hier persönlicher, authentischer zeigen. Ich mag es, auf diese Weise von mir zu erzählen.

Ich möchte dir ja meinen Alltag zeigen, wie ich ihn so einfach wie möglich lebe. Auch, warum ich das tue, was meine Motive sind.

Aber auch, wie ich trotz der Schmerzen und Erschöpfung viele Anlässe zur Freude und Glücksmomente finde, die ich hier mit dir teilen will.

Vor 1 Woche fasste ich den Mut, meine aktuelle „Krise“ – Probleme in der Partnerschaft, Sorgen im Geschäft, nie endende chronische Schmerzen und Ermüdung – in Blogbeiträge zu fassen.

 

Lesen es mehr Leute?

Wie’s aussieht ist das Interesse wohl da. Am 1. Mai hab ich angefangen, auf diese Weise zu bloggen. („Alles neu macht der Mai“?)


 

Blogs haben eine Menge Vorteile

  • Sie fühlen sich authentischer an.
  • deine Inhalte bleiben in deiner Hand, auf deinem Space, du kannst entscheiden, was damit geschieht
  • Community baust du über die Kommentare auf
  • die Menschen, die lesen, sind engagierter
  • wer dich lesen will, kann Beiträge abonnieren und bekommt so wirklich jeden zu Gesicht, statt 1%, die Facebook für sie auswählt
  • Du wählst aus, ob Werbung angezeigt werden soll. Und wenn ja, wie viel/welche Werbung angezeigt wird.
  • Der direkteste Kontakt zum Leser, der über das Internet möglich ist. Ungefiltert von irgendwelchen Firmen.
  • direkter Kontakt zu dir ist per Mail möglich, wenn du das zulässt

Wenn du dich authentisch zeigst – und das ist es, was viele heute wieder sehen wollen, nicht aufpolierte „Celebrities“, sondern Menschen, denen sie vertrauen, mit denen sie sich verbunden fühlen können.

Ich glaube, Blogs erleben ein Comeback.


PS: Ich hab die Kommentarfunktion wieder geöffnet.


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