Wie geht es dir?

oh, heute geht es richtig zur Sache: Honorare & Preise kalkulieren – der Grundkurs.

Grundkurs, weil du im Laufe der Zeit lernen wirst, größer zu denken und dich zu trauen, angemessenere Preise zu verlangen. Ich zeige dir hier nur die erste, einfachste Variante der Berechnung, um dich nicht gleich zu überfordern.

Lass uns mal spielen. Bei der Kalkulation deiner Preise gehen wir rückwärts vor. Mache dir eine Aufstellung:

Schritt 1: Wieviel Geld brauchst du

Wie hoch sind deine Lebenshaltungskosten in einem Monat + Kosten für dein Unternehmen? Rechne großzügig, plane unbedingt auch Altersvorsorge, Rentenversicherungsbeiträge, Krankenversicherung und Rücklagen für kommende Steuerzahlungen usw. mit ein. Von Anfang an.

Bsp.: 2.000 € (das ist wirklich noch knapp geschätzt)

So kommst du auf dein Stundenhonorar, Variante 1

Wieviel Zeit brauchst du für die Erschaffung deines Produktes? Bzw. wieviele Stunden willst/kannst du diesen Monat für Geld arbeiten?

Bsp.: 15 Stunden pro Woche = 60 Stunden im Monat

Die einfachste Variante:

2.000€ : 60 Stunden = 33,33 € Honorar für die Stunde

Denke dran, dass du nicht für jede Stunde, die du arbeitest, auch wirklich Geld einnimmst, denn du wirst auch administrative Aufgaben erledigen, die dir in dem Moment keiner bezahlt. Deshalb gehen wir nur von verhältnismäßig wenig bezahlten Stunden aus.

Oder: Ausgehend von Verkaufspreisen für Produkte

2.000 € : Produkt für 20 € = 100 Produkte verkaufen

2.000 € : Stundenhonorar für 50 € = 40 Stunden arbeiten im Monat

Letzter Schritt: Check deine Konkurrenz

Um eine Vorstellung davon zu kriegen, ob deine errechneten Preise realistisch und angemessen sind, schlage ich dir vor, herauszufinden, was deine Mitbewerber für ihre Arbeit nehmen. Du willst ihre Preise nicht dumpen, aber du willst auch nicht lächerlich rüberkommen mit völlig überzogenen Vorstellungen.

Probiere aus, was gut funktioniert. Wie alles am Anfang deiner Unternehmerkarriere ist auch die Preisgestaltung eine Frage der Erfahrung. Dabei lernst du deine Zielgruppe kennen, erfährst, was auszugeben sie bereit sind, erlebst, welche Preisgestaltung dir die meisten Verkäufe bringt – und dich am besten motiviert, deine Arbeit gut zu machen – und welche Themen die Leute am meisten interessieren.

Es ist noch gar nicht so wichtig, wie hoch letztendlich heute deine Preise ausfallen. Du bist ja noch beim Ausprobieren. Was fühlt sich gut an für dich? Wieviel würdest du selbst für so ein Produkt bezahlen? Miss dabei auch am Umfang und Wert deines Inhaltes. Welchen Wert hat die Sache für deine Käufer? In welcher Weise und Größenordnung verbessert dein Angebot das Leben des Käufers? Was kann sich diese Zielgruppe für gewöhnlich leisten? Was ist sie bereit zu zahlen?

Du wirst im Laufe der Zeit, schon in den nächsten Wochen und Monaten, bestimmt deine Preise anheben, wenn du mehr Inhalt und Erfahrung in deine Angebote packen kannst. Fang nur einfach heute erstmal an. Wie auch immer du es machst – du machst es richtig. So lange du überhaupt was machst 😉

Na dann viel Spaß beim Rechnen und Simulieren heute. Erlaub dir, zu spielen.


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