Hast du als Kind gern dein Zimmer aufgeräumt? Ich denke nicht, hm? Und ich hab auch ein paar Vermutungen, warum:

  1. Weil deine Eltern ständig damit nervten, dir sogar Bestrafung androhten. Du durftest nicht raus, spielen gehen, oder die wollten sogar dein Gerümpel wegschmeißen!
  2. Weil du gerade etwas viel (Besseres) Wichtigeres zu tun hattest.
  3. Weil dir die Ordnung in deinem Zimmer, so wie sie war, ausreichte. Und deinem Spielkameraden war es auch egal, ob du aufgeräumt hattest.

Heute bist du erwachsen. Räumst du heute gelegentlich auf? Wäschst Wäsche? Spülst Geschirr? Wenn ja, weiß ich auch ein paar Gründe, warum du das tust:

  1. Weil du dich wohlfühlen möchtest. (Und sei es nur, weil sonst deine Schwiegermutter bei ihrem Besuch rumnörgeln würde und du dir das ersparen willst.)
  2. Weil du heute deine Wohnung ordentlich und übersichtlich magst. Du erkennst den Sinn hinter dem Aufräumen.
  3. Weil niemand es von dir verlangt. Immer und immer wieder. Du räumst jetzt auf, wann es dir passt. Und in dem Maße, in dem du es für sinnvoll hältst.
  4. Und weil es sowieso von dir gemacht werden muss, also kannst du es auch jetzt tun.

Und wenn dir egal ist, wie es bei dir aussieht, wie oft du nach deinen Schlüsseln suchen musst oder was die Schwiegermutter sagt, dann räumst du nicht auf, und das Leben geht trotzdem weiter.

Und genau das selbe gilt für all die anderen vermeintlichen Verpflichtungen. Ja, du bist heute erwachsen. Du kannst selbst entscheiden, in welchem Umfang du Dinge erledigen willst.

Oder auch nicht.