An einem Sommerwochenende lernte ich im Schlosspark Pillnitz eine 78-jährige Frau kennen, die mich sehr beeindruckt hat. Sie war ganz in lila gekleidet: Lila Bluse, lila Jacke, herrlicher üppiger lila Amethyst-Schmuck und auffallender breitkrempiger lila Hut.

Sie war wohlbeleibt, ging an zwei Gehhilfen und sagte von sich selbst: „Ich bin jeden Morgen gut gelaunt. Wenn ich aufwache, habe ich gute Laune. Man kann sie mir verderben, aber grundsätzlich habe ich gute Laune.“
Wir unterhielten uns vielleicht eine Stunde lang. Sie wies mich auf besonders aussehende Bäume im Park hin, erzählte mir eine putzige Geschichte über ein naseweises Eichhörnchen, und dann zwei schmutzige Witze.

Die sie dem OP-Team direkt vor ihrer Krebsoperation auch erzählt hatte.

Sie lachte laut, sie berichtete mir über ihre neugeborene Urenkelin Mia und zeigte mir Fotos von ihr.

Sie erzählte von ihrem 21-jährigen Sohn, der sich aus Liebe das Leben genommen hat.

Sie machte vorbeikommenden Damen Komplimente für ihr gutes Aussehen.

Sie erzählte auch von ihren vielen Terminen, die sie pro Woche hat: Frühstück mit anderen Senioren, zweimal die Woche Wassergymnastik, einen Ausflug pro Monat, und drei Wochen Urlaub in Dresden pro Jahr, den sie sich 1.500€ kosten lässt.

Die Energie dieser Frau ist unglaublich! Sie ist 78!

Mit 50 wurde sie arbeitslos, viele Jahre lang pflegte sie ihren krebskranken Mann. Danach machte sie eine Kur.

Sie fährt mit einer Busreisegesellschaft mal eben von Bottrop aus für einen Tag zum Dresdner Striezelmarkt. Zusammen mit ihrer 84-jährigen Freundin ist sie den ganzen Tag zu Fuß in der Stadt unterwegs. Zur Erholung gönnen sie sich eine schöne Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.

Sie stürzt sich mitten ins Gewühl des Dresdner Elbhangfestes und amüsiert sich über die als Frauen verkleidete Schlagerband „Die Nierentische“.

Sie isst so viele Matjesfilets, dass sie, wie sie es ausdrückt, „selbst zum Fisch wird“.

Sie lebt ihr Leben!

Der Dalai Lama sagt:

„Ich denke, dass der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein“

Ich sehe das ganz genau so.

Mein höchstes Ziel im Leben ist, am Ende zufrieden darauf zurückblicken zu können und zu denken: „Ja, ich habe wirklich so gelebt, wie ich es wollte.“

Das nimmt einem ja auch keiner ab. Das kann nur jeder selbst tun.

Mein Ziel kenne ich also. Und wie bei einer Wanderung kann ich mir jetzt eine Karte erstellen, um dorthin zu gelangen.

Versteh mich nicht falsch: Ich möchte nicht einfach nur, immer das Lebensende vor Augen, eine lange Liste von To dos abhakend, durch’s Leben hetzen. Im Gegenteil: Der Weg ist das Ziel.

Ich lebe tagtäglich so, dass ich im Hier und Jetzt zufrieden bin und die kleinen Freuden des Alltags bemerke. Das ist meine Wahl, die ich getroffen habe.

  • Ich will jetzt gut leben.
  • Ich will es mir immer leicht machen.
  • Ich will nur die Dinge tun, die mir am Herzen liegen.
  • Und die mich voran bringen.
  • Aber am Ende will ich nichts vergessen haben, was ich gern erlebt hätte.

Dafür ist meine Liste.

Ich lebe, um mein Leben zu genießen.

  1. Geld verdiene ich mit Spaß, um mein Leben noch etwas mehr genießen zu können.
  2. Ich genieße auch während der Arbeit. Ich lebe schließlich auch während der Arbeit und finde es immer noch traurig, wenn ich den Begriff „Work- Life-Balance“ höre.
  3. Das Wichtigste in meinem Leben sind meine Beziehungen. Zu Familie, zu Freunden, zu alten Bekannten, zu immer neuen Begegnungen, zu meinem Partner. Und zu mir selbst.

Was ist dir das Wichtigste im Leben? Wie willst du am Ende auf dein Leben zurückblicken? Schreib uns was hier in die Kommentare.

Kenne deine Vorhaben und lege Schritte fest, mit denen du sie erreichst.