Ich mache keine Arbeit mehr, nur um zu arbeiten. Um mich tüchtig zu fühlen.

Ich kann es inzwischen zulassen, dass ich an manchen Tagen keine Aufgabe finde, die sich wie Arbeit, also Pflicht, anfühlt. Das ist doch schön.

Ist das nicht das Ziel von Industrialisierung, der Erfindung von Maschinen? Nicht arbeiten zu müssen? Weniger arbeiten zu müssen? Also lasst es uns genießen, mal nichts tun zu müssen.

Das meiste, was ich für meine Unternehmen tue, sind keine Muss-Aufgaben, sondern Dinge, die mich meinem Ziel wirklich näher bringen, manchmal auf noch unübliche Weise.

Ja, ich hinterfrage Tätigkeiten, die „man schon immer so gemacht hat“. Mein natürlicher Antrieb ist, Arbeit um ihrer selbst Willen zu vermeiden. (Und gib’s zu, deiner auch.)

So gehe ich z. B. beim Chorwochenende nicht wie die ganze Gruppe zwei Stockwerke höher in der Küche mein Frühstücksgeschirr abwaschen, wenn ich die paar Krümel auch am Waschbecken mit kaltem Wasser im selben Raum loswerden kann. (Ja, dafür musste ich mich als „Faultier“ bezeichnen lassen.)

Ich kenne mein Ziel und finde die Schritte, die mich wirklich dorthin führen. Und nur die gehe ich. Minimalismus bei der Arbeit.

Ich esse übrigens auch nicht mehr nach der Uhr, sondern wenn ich hungrig bin. Das hängt von der Zeit ab, zu der ich aufstehe.

Und ich gehe auch ins Bett, wenn ich wirklich müde bin. Das kann abends halb 8 sein, oder auch erst um 6 Uhr früh.

Das Geheimnis ist: Höre auf deine innere Stimme, auf deinen inneren „Müßiggänger“. Er meint es gut mit dir – egal was die anderen sagen.

Gib ihm soweit wie möglich nach.

Es ist nicht schlimm, sich sein Leben so bequem wie möglich einzurichten.

Wie wir ja schon festgestellt haben (aber erst bei Wiederholung fangen wir an, es langsam zu glauben):

Du bist nicht faul, wenn du nicht rund um die Uhr ackerst, keinen vollen Terminkalender hast oder wenn du Dinge nicht komplizierter machst, als sie sind.

(Und wenn andere dich so nennen, sind sie meistens nur neidisch.)

Im Gegenteil, du bist der Kluge. Nimm den leichten Weg. Das Leben muss nicht kompliziert sein.

Nutze lieber gewisse Hebel.

Kennst du das Hebelgesetz? Im übertragenen Sinne ist, deinen eigenen Biorhythmus und deine wahren Ziele im Leben zu kennen, ein Hebel, der dich effektiver, produktiver und erfolgreicher arbeiten lässt und dich letztendlich zufriedener machen wird als all die „fleißigen“, sich aufopfernden Mitmenschen.

Und jetzt werde ich ketzerisch:

Selbst Angestellte oder Familienväter und -mütter können freie Zeit für sich selbst und für die Dinge, die ihnen am Herzen liegen, freischaufeln.

Mit etwas Planung und Organisation und vor allem mit konsequentem Weglassen unnützer Aktivitäten.

Mein Müßiggang-“Guru“ Tom Hodgkinson hat ein wunderbares Buch geschrieben, das ich allen Eltern dringend ans Herz lege: „Leitfaden für faule Eltern“. Darin erklärt er, wie du deine Kinder zu mehr Selbständigkeit erziehst – einfach dadurch, dass du weniger selber tust. Das wird euch allen zugute kommen, deinen Kindern und euch Eltern.

Du als Mutter oder Vater der Familie, du als braver Angestellter oder als Boss deiner eigenen Firma – du bist so wichtig wie jeder andere in deiner Familie und in deinem Umfeld.

Wenn du nicht mehr „funktionieren“ kannst, dann geht alles den Bach runter.

Dann ist es zu spät. Deshalb: Lege Pausen ein. Sortiere radikal aus. Das ist lebens- wichtig! Verwöhne dich soweit wie möglich. Du bist es wert.

Mach ein Nickerchen, so oft du es brauchst.

Sei radikal mit deiner Selbst-Liebe. Überhöre nicht deine eigenen Bedürfnisse. Plane freie Zeit für dich ein, notfalls als festen „Termin“ im Kalender.

Ja, auch als Elternteil. Ja, auch als Chef!

Als Freiberufler – #Freuberufler – habe ich das Glück, mir meinen Tag und meine Woche frei einteilen zu können.

Ich habe gewisse Termine und Verpflichtungen in jeder Woche, aber ich versuche, sie so zu legen, dass sie am besten in meinen persönlichen Rhythmus passen (also am liebsten nicht vor 13 Uhr, z. B.). Oder ich gucke, ob ich sie in Zukunft ganz streichen kann.

Auch Ritualtage, Gewohnheiten, helfen mir, Struktur in meine Woche zu bringen. Aber auch hierbei gehe ich nach meiner inneren Uhr vor.

Dazu jetzt mehr.