Du hast Arbeit vor dir. Du willst dir dein besseres Leben erarbeiten. Wenn du weißt, wann deine produktiven Zeiten sind oder wann du eher Input und Motivation von außen brauchst und du dich danach richten kannst, wird dir diese Arbeit von Natur aus leichter fallen.

Wann stehst du am liebsten auf? Wann hast du die meiste Energie?

Räume auf, wann es dir passt. (Um bei dem Beispiel von neulich zu bleiben.)

Eines meiner Geheimnisse hast du inzwischen sicher schon erraten: Ich arbeite nach meiner eigenen biologischen Uhr.

Und mein bevorzugter Tagesrhythmus ist eben meistens, grob gesagt: Lange und sehr viel schlafen – ich schaffe locker 10 oder 12 Stunden – und nachts arbeiten.

In den ersten Jahren meiner Selbständigkeit habe ich dagegen angekämpft, so ein Langschläfer zu sein. Früh aufzustehen gilt ja immer noch als tüchtig. Langschläfer sind Faulenzer – nicht!!

Wie oft muss ich mir Kommentare anhören, weil ich wieder so lange geschlafen habe. „Ach ja, diese Freiberufler.“ „Was, du liegst noch im Bett?!“ Meine kleinen Nichten nannten mich „Murmeltier“. Nicht immer stecke ich das leicht weg, auch heute noch nicht.

Gern sehen diese Leute darüber hinweg, dass man dafür abends und nachts und an Wochenenden noch am Schreibtisch sitzt, während sie längst Feierabend machen.

Aber vor allem: Vermutlich würden sie, die Angestellten, selbst gern morgens etwas länger schlafen und freier in der Zeiteinteilung ihrer Arbeit sein.

Schließlich sind sie doch erwachsene Menschen, man sollte ihnen ausreichend Selbstverantwortung zugestehen können, oder?

Aus welchem Grund muss man überhaupt heutzutage noch von morgens um 8 bis abends um 5 im Büro sitzen? Was spricht gegen etwas mehr Selbstbestimmung im Angestelltenleben?

Wozu haben wir all die Maschinen und mobilen Endgeräte, wenn sie uns nicht die meiste Arbeit abnehmen, so dass für uns wenig übrig bleibt, und uns unsere Arbeit von überall her erledigen lassen?

Sollte nicht allein das Ergebnis zählen? Wie gut wir die Arbeit machen? Statt wie lange wir dafür brauchen und von wo aus wir sie erledigen?

Wenn man ausgeruht ist, wenn man selbst über sein Leben bestimmen kann, wenn man sein Energiehoch nutzt, ist man zufriedener und gesünder, erzielt bessere Arbeitsergebnisse, arbeitet effektiver und wird schneller fertig. Ist doch logisch, oder?

Es gibt immer mehr Chefs, die das wissen und ihren Angestellten mehr Freiheiten einräumen, aber längst noch nicht so viele, wie es sein könnten. Leider.

Selbst nach den coronabedingten staatlich verordneten Homeofficewochen kehren die meisten Unternehmen wieder zu Kontrolle und Anwesenheitspflicht zurück. Sie trauen den Arbeitnehmern einfach nicht.

Wenn du nicht mit deinem Chef über Gleitzeit mit „Abbummeln“, Teilzeitarbeit und Homeoffice-Tage reden kannst, aber partout etwas an deinem aktuellen ermüdenden Lebensstil ändern willst, dann bleibt dir wohl nur die Selbständigkeit.

Workin 9 to 5
What a way to make a livin Barely gettin by
Its all takin
And no givin
They just use your mind And they never give you credit Its enough to drive you Crazy if you let it
ganzichselbst. einfach leben. www.sandrahylla.com

Von 9 bis 5 arbeiten,
was für eine Art, den Lebensunterhalt zu verdienen. Man kommt kaum über die Runden,
Es ist nur Nehmen und nicht Geben.
Sie benutzen nur deinen Verstand,
und belohnen dich nie dafür.
Das reicht aus, um dich verrückt zu machen, wenn du das zulässt.
(Aus Dolly Partons Song „9 to 5“)

Aus dem Grund habe ich 2008 gekündigt und mich selbständig gemacht – ja, das ist einer der Hauptgründe, warum ich nicht mehr für andere Chefs als mich selbst arbeite:

Ich achte meinen Rhythmus und überhöre ab jetzt einfach meine gelegentliche Innere Kritikerin und die äußeren Kommentare. (Zu denen kommen wir auch gleich in der nächsten Lektion.)